Leben im Biosphärenpark

Blons ist mit 340 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Biosphärenpark Großes Walsertal. Traurige Berühmtheit erlangte Blons 1954, als in der Nacht vom 11. zum 12. Jänner 29 Häuser, 56 Ställe und weitere 30 Gebäude zerstört wurden. In dieser Nacht wurden 57 Bewohner von Blons getötet. Diese verheerende Naturkatastrophe hat das Leben in der Gemeinde nachhaltig beeinflusst. Die Gemeinde ist heute auf Grund von Lawinenverbauungen und vor allem durch die großflächige Sanierung des Schutzwaldes wieder gesichert. 2004, also genau 50 Jahre nach dieser verheerenden Katastrophe wurde ein neues Gemeindezentrum mit Gemeindeamt, Walserbibliothek, Dokumentationsraum, Gasthaus, Nahversorger, Volksschule und Bank errichtet. Dieser moderne Holzbau wurde fast ausschließlich aus Bergholz der Gemeinde gebaut. Das Gemeindezentrum ist somit ein schönes Symbol für die Bewältigung und Aufarbeitung dieser Katastrophe.

Der Name Blons kommt aus dem rätoromanischen und heißt soviel wie „Kleine Ebene“. Die Gemeinde Blons ist seit 1807 eigenständige Gemeinde. Pfarrlich wird Blons auch heute noch vom Kloster Einsiedeln (CH) betreut. Der wohl berühmteste Blonser ist Martin von Lorenz. Unter seiner Verantwortung wurde unter Kaiserin Maria Theresia in Österreich die Schulpflicht eingeführt. Neben seinem Geburtshaus steht heute die Hauptschule des Großen Walsertales.

Neben den beiden größeren Holzbaubetrieben Holzbau Nigsch und Tischlerei Kaufmann haben sich einige kleine Dienstleitungsbetriebe angesiedelt. Mit der Hauptschule Großes Walsertal bieten diese Unternehmen einige Arbeitsplätze in der Gemeinde an.

Für naturinteressierte bietet Blons gut ausgebaute Wanderwege zu den typisch walserischen Alpdörfern Sera und Sentum. In Blons finden sich viele Biotopflächen und alte Heumähder mit hohem Naturwert. Zum fünfzigjährigen Gedenken der Lawinenkatastrophe wurden drei Themenwege errichtet (Leusorgweg, Schutzwaldweg und Verbauungsweg). Gegenüber dem neuen Gemeindezentrum zeigt Marlies Jenny in ihrem liebevoll gestalteten Puppenmuseum einen Querschnitt aus der Puppengeschichte von 1850 - 1960.

Unterhalb von Hüggen steht eine der größten nachgeführten Photovoltaikanlagen Europas mit einer Gesamtleistung von 440 KW. Weitere 300 KW sind auf privaten Dächern installiert.

  


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