In der Walsergemeinde Raggal-Marul leben ca. 930 Personen in rund 320 Haushalten. Raggal liegt auf 1.015 m Seehöhe und hat eine Gesamtfläche von 41,69 km2. Die Gemeinde besteht aus vier Ortsteilen: Raggal, Fraktion (=Ortsteil mit eigenständiger Pfarrei) Marul, Litze und Plazera.
Volksschulen gibt es in Raggal und Marul, in den Kindergarten kommen die Kinder aus allen Ortsteilen nach Raggal.
Von Raggal aus haben Sie einen herrlichen Ausblick auf den Walserkamm und die Walsergemeinden Thüringerberg, St. Gerold, Blons, Sonntag und Fontanella.
Urkundlich erwähnt sind Raggal und Marul erstmals im Jahre 1389 bzw. 1397.
Raggal ist eine beliebte Wohngemeinde, auch wenn im Winter die Sonne nur kurz bzw. teilweise gar nicht erscheint. Dies gleicht sich durch die vielen Sonnenstunden im Sommer wieder aus.
Als Tourismusgemeinde wurde Raggal schon früh bekannt und besitzt auch heute noch einen hohen Stellenwert, vor allem bei zahlreichen Stammgästen. In der Wintersaison 2005/2006 hatte Raggal ca. 30.000 Nächtigungen, im Sommer 2006 etwa 40.000. Neben Ferienwohnungen, Zimmer mit Frühstück, Pensionen oder ein Hotel ist der schön gelegene Campingplatz in Plazera bei Gästen sehr beliebt.
In Raggal gibt es rund 50 landwirtschaftliche Betriebe, wobei nur 10 davon im Haupterwerb bewirtschaftet werden. Die meisten Landwirte pendeln in den Raum Walgau und betreiben die Landwirtschaft im Zuerwerb. In Marul haben alle Landwirte auf biologische Bewirtschaftung umgestellt - was Marul die Auszeichnung Biodorf brachte.
Neben den beruflichen Auspendlern müssen auch die Schülerinnen und Schüler ab der 5. Schulstufe für den Schulbesuch die Gemeinde verlassen. Sie pendeln nach Blons oder Thüringen in die Hauptschule bzw. in die Sporthauptschule oder nach Bludenz ins Gymnasium.
18 kleine Gewerbe- und Gastronomiebetriebe sind in Raggal-Marul angesiedelt: bspw. ein Elektrounternehmen, ein Raumausstatter, eine Bau- und Kunstschlosserei, ein Schlosser, ein Gastronomieküchenausstatter, eine Tischlerei, ein Stiegenbauer, ein Statikbüro, ein Erdbauunternehmen, zwei Sportgeschäfte, eine Bankstelle, der Biomassehof Großes Walsertal, die Schilifte Raggal, die Maruler Biosennerei und fünf Gastronomiebetriebe.
Im Herbst 2006 wurde das neue Gemeindehaus mit Gemeindeamt, Tourismusbüro, Musikprobelokal und der Eltern-Kind-Beratungsstelle eröffnet. Das Schul- und Kulturhaus wird zur Zeit revitalisiert und ausgebaut. Dort sind seit März 2007 neben der Volksschule auch eine Spielgruppe und die Bibliothek untergebracht.
Am Marulbauch taleinwärts lädt der Walderlebnispfad mit seinen interaktiven Stationen zum Erkunden, Ausprobieren, Wandern, Grillen und Verweilen ein.
Die Biosphärenpark-Kernzone Faludriga-Nova könnte man als ein einziges großes Biotop mit hoher Ursprünglichkeit bezeichnen: Das Gebiet weist mit Fichten-Tannenwäldern und alpinen Kalkrasen charakteristische - und mit den Quellen des Faludrigabachs, den Bergblasenfarnfluren auch besondere Biotoptypen des Dolomitengebietes auf.
Am Weg zur Alpe Laguz, im Marultal, ist das Naturdenkmal „Trübbachhöhle", in 1480 m Höhe zu finden. Hier fließt der Trübbach aus einer Höhle, die im Gipsstein entstanden ist (Gipskarst). Sie ist eine der bedeutendsten Gipshöhlen der gesamten Alpen und deshalb unter besonderem gesetzlichen Schutz. Der Name des Baches deutet schon seit alters her auf eine Trübung des Wassers durch den ausgelaugten Gips hin.
Ganz in der Nähe der Alpe Laguz im hinteren Marultal findet man einen der bekanntesten „Trümmertürme“ Vorarlbergs. Dieses natürliche „Steinmännle“ entstand durch das Zusammenspiel mehrerer geologischen Faktoren: Im Untergrund ein Gipslager, Wasserzutritt, reichlich kalkiger Schutt und viel Zeit.