Im nordseitigen Dachgeschoß erwartet uns ein freundlicher Raum, in welchem Werkzeuge und Geräte einiger Handwerker vorgestellt werden. Das Handwerk von einst war den Bauern, die Selbstversorger waren, ein Nebenerwerb. Müller, Schneider, Metzger, Bäcker, Schuster, Schlosser, Schmiede, Maurer, Zimmerleute, Kohlenbrenner, Küfer, Dreher, Sattler und andere Berufe sind im Walsertal zum Teil bis heute nachweisbar. Bei Mühlen, Sägen und Schmieden wurde Wasserkraft eingesetzt. Ausgebildete Handwerker zogen als Saisonarbeiter in die Fremde. Maurer, Gipser, Stuckateure und Zimmerleute scheinen auch als Mitglieder in der Auer Baumeisterzunft auf.
Werkzeuge folgender Berufe werden vorgestellt:
Zimmermann, Schreiner, Schuster, Wagner und Küfer.

Das Modell einer Mühle und eine Nachbildung der unter Denkmalschutz stehenden Lasanggabrücke erinnern an den einstigen Getreideanbau im Tal, der mit dem Straßenbau um 1890 aufhörte. Der Marulbach trieb die größte Mühle im Tal, die sagenumwobene Lasanggamühle.
Der Müller
Der Bau der Arlbergbahn (1879 -1884) und der erste Straßenbau ins Große Walsertal fielen zeitlich zusammen und ließen den Getreidebau schlagartig zurückgehen. Einst standen im Tal zehn Mühlen und auf jedem Bauernhof wurde Getreide angebaut, meist Mischgetreide. Hafer und Gerste wurden vermischt gesät und als „Raues Korn“ bezeichnet. Dieses Mischkorn ergab das Brotmehl. Roggen und Weizen waren seltener und wurden Kernmehl genannt.
Das Getreide wurde mit Sensen oder Sicheln gemäht und auf Heinzen gestapelt. Bis zum Drusch wanderten die halbdürren Garben in den Speicher, einen etwa 4 mal 4 Meter großen, unterkellerten Vorratsraum, der bei fast jedem Walserhof anzutreffen war. Im Spätherbst erfolgte der Drusch auf der Tenne. Das Korn wurde in der Putzmühle (Bleia) von Staub und Grannen gereinigt und nach Bedarf zur Mühle gebracht. Nur kleine Mengen durften gemahlen werden, da sonst das Vollkornmehl ranzig geworden wäre. Die größte Mühle des Tales war die Lasanggamühle bei Raggal, wo auch eine Säge und ein Wirtshaus standen. Über den Lasanggabach führt heute noch die alte Lasanggabrücke, die letzte gedeckte Holzbrücke des Tales; sie steht unter Denkmalschutz.