HeimatmuseumHausgeschichte
 Hausgeschichte

Das eigentlich dreiteilige Museumsgebäude steht im Dorfzentrum von Sonntag. Zumindest der Mittelteil des Bauwerkes zählt zu den ältesten Häusern der Gemeinde. Auf einer Landschaftsdarstellung von Sonntag, gemalt von Moritz Frosch aus Feldkirch im Jahre 1561, ist dieser Teil eindeutig zu erkennen. Später wurde an der westlichen Seite ein gesondertes Wohnhaus mit einer gestrickten Trennwand errichtet und unter einen gemeinsamen Dachstuhl gebracht. Zuvor wurden im nördlichen Erdgeschoß Kellerräume geschaffen, damit für das entstandene Doppelgebäude entsprechende Proportionen erreicht werden konnten. Etwa um 1700 erhielt das Doppelhaus an der Ostseite einen Anbau mit Schlafkammer im Obergeschoß, einer offenen Laube und einer bergseitigen Stallung. Um 1905 wurden diese  Bauelemente als Wohntrakt ausgebaut. Der Stall wurde freistehend westlich des Wohnhauses errichtet.

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Das heutige Museumsgebäude diente im Verlaufe der Zeit als Wohnhaus, Gasthaus, Sennerei, Bäckerei und bis zum Jahre 1975 wiederum als Wohnhaus.

  

 Das Haus als Museum

Im Jahre 1977 bot sich für die sechs Gemeinden des Großen Walsertales die Gelegenheit, den Mittel- und Ostteil des Hauses käuflich zu erwerben, mit dem Ziel hier ein Heimatmuseum zu errichten. Initiator war Volksschuldirektor Eugen Dobler aus Blons mit seiner Gattin Lydia. Mit viel Liebe und bewundernswertem Einsatz leiteten sie die Sanierungsarbeiten des alten Gebäudes. Die Gemeinden des Tales, das Land Vorarlberg und private Gönner finanzierten das große Vorhaben. Unermüdlich sammelten Herr und Frau Dobler Ausstellungsstücke bei der Großwalsertaler Bevölkerung, die ihnen durchwegs als Geschenk für das Museum überlassen wurden. Das Landesmuseum in Bregenz unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Elmar Vonbank besorgte die Schlussarbeiten in den Ausstellungsräumen. Der Heimatpflegeverein Großes Walsertal übernahm die Verwaltung des Museums.

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Am 27. Juni 1981 wurde das Heimatmuseum Großes Walsertal von Landeshauptmann Dr. Herbert Kessler feierlich eröffnet.

  

 Brand im Museum

Am 10. Juni 1986 brach im bewohnten Westteil des Gebäudes ein Brand aus. Das Feuer griff auch auf das Dachgeschoß des Museumsgebäudes über. Die alte Schulklasse und der Handwerksraum verbrannten gänzlich. Die wertvollsten Schaustücke konnten durch den raschen Einsatz der Feuerwehren und freiwilliger Helfer gerettet werden. Glücklicherweise wirkten die unmittelbar nebeneinander errichteten gestrickten Trennwände wie eine Feuermauer. Trotzdem: Der Schaden, besonders hervorgerufen durch das Löschwasser, war enorm.
Noch am selben Abend beschlossen die Verantwortlichen, das Heimatmuseum wieder zu errichten.

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 Wiederaufbau

Eines stand für den Heimatpflegeverein und die Gemeinden des Tales fest: Das Museum muss wiedererstehen. Die Ruine des Westteiles wurde zugekauft; eine Neukonzeption des Museums wurde dadurch möglich. Dr. Paul Rachbauer vom Landesmuseum in Bregenz, Hofrat Dr. Gerhard Kaltenhauser und Architekt Ing. Walter Kreuzer befassten sich mit der Neuplanung. Der abgebrannte Westteil behielt die ursprüngliche Fassade. Innen hingegen musste alles neu aufgezimmert werden. Neu eingerichtet wurden ein feuersicheres Archiv, ein naturkundlicher Raum, eine „neue“ Schulklasse und eine Alpstube mit dazugehöriger Kammer.

Besondere Verdienste erwarb sich der erste Obmann des Herimatpflegevereins, der Kreuzwirt aus Buchboden, Johann Türtscher. Er wurde später zum Ehrenobmann ernannt. Die feierliche Wiedereröffnung des Museums erfolgte durch Landeshauptmann Dr. Martin Purtscher am 15. Mai 1988.

 

        Erster Obmann und späterer
            Ehrenobmann des
    Heimatmuseums Großes Walsertal
        verstorben im Jahr 2002

 

  

 Gründerehepaar

Als Geschäftsführer der Regionalplanungsgemeinschaft Großes Walsertal setzte sich Eugen Dobler mit aller Kraft für die Einrichtung eines Heimatmuseums im Tale ein. Nachdem sich 1977 die Möglichkeit des Ankaufes  eines Museumsgebäudes ergab, führte er sehr geschickt die entsprechenden Verhandlungen und leitete gekonnt den anschließenden Ausbau. In seiner Freizeit fertigte er zahlreiche Modelle und Lehrtafeln für das Museum an.

Als Mitbegründer und Mitglied der Vorarlberger Walservereinigung war es Eugen Dobler auch ein Anliegen, das Walser Schrifttum zu sammeln, zu erhalten und zu archivieren. Das im Museum untergebrachte Archiv steht allen Interessierten zur Verfügung.

Eugen Dobler wurde vom Land Vorarlberg, von mehreren Institutionen und natürlich auch von seiner Heimatgemeinde für sein Wirken geehrt.

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In diesem Zusammenhang muss seine Gattin Lydia lobend angeführt werden. Sie stand ihrem Manne stets mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem war sie als Trachtenpflegerin bekannt und fertigte als solche zahlreiche Trachtenteile, Stickereien und kunstvolle „Schäppele“ an.

  

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