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Früher war diese Parzelle Mittelpunkt des Tales. Bis 1806 war hier der Sitz des Unteren Walsergerichtes von Sonntag und Raggal. Das älteste Gasthaus des Tales, eine Mühle, eine Schmiede, eine Säge, eine Bäckerei und ein kleines Bethaus waren hier anzutreffen. Bis 1994 war Garsella Sitz des Talarztes. Der von der Gemeinde Blons errichtete Sportplatz brachte wieder Leben nach Garsella. Heute findet in Garsella die jährliche Viehausstellung des Tales statt. Der Ladritschbach mündet bei Garsella in die Lutz; er bildet die Grenze zwischen Blons und Sonntag. Garsella = Klause = Enge Stelle
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Kirchengeschichte von Sonntag
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1406 wurde Sonntag die erste selbständige Pfarrei des Tales. Kirchenpatrone sind St. Oswald und St. Dominikus. Bis dahin gehörte die Sonnenseite des Großen Walsertales pfarrlich zu St. Jakob in Bludesch, die Schattenseite zu St. Martin in Ludesch.
Bemerkenswerte Ereignisse:
um 1350 bauen die Walser zur Ehre Gottes und als Symbol der Freiheit einen 60 m hohen Turm
1358 Bestand einer Kapelle
1390 Bestand eines frühgotischen Bethauses
1406 Pfarrerhebung
1498 der Turm erhält die erste Glocke
1662 in Sonntag werden zwei Glocken gegossen
1806 eine Lawine zerstört das Langschiff der Kirche
1818 Blitz trifft den Turm und zerstört ihn durch Brand
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Größe: 81,5 km² Seehöhe: 800 – 1300 m

Die Erstbesiedlung erfolgte im 14. Jahrhundert durch die Walser. Schon 1397 erhielt Sonntag zusammen mit Raggal die niedere Gerichtsbarkeit mit dem Sitz in Garsella. 1806 wurde das Gericht von den Bayern aufgelöst. Sonntag ist die größte Gemeinde des Tales und besitzt seit 1406 die älteste Pfarrei.
Einrichtungen: Gendarmerieposten, Heimatmuseum, Arzthaus, Bio-Sennerei, Steinseilbahn. In der Gemeinde Sonntag ist der einzige Industriebetrieb des Tales: Sägerei Erhart
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Das Walserhaus ist ein Blockhaus, ursprünglich mit senkrechten Brettern verschalt, später mit abgerundeten Schindeln verkleidet. Das Schindeldach war anfänglich mit Steinen beschwert. Drei Bauphasen sind nachweisbar: 15. Jahrhundert: einstöckig mit Wohnraum und Flurküche. 17. Jahrhundert: zweistöckig mit Stube, Kammer, Küche und Laube; mit Stuben-, Hinter- und Küchenkammer, sowie einer Oberlaube. 19. Jahrhundert: eine Vorlaube und ein Holzschopf vervollständigten das Walserhaus. Besonderheiten des Walserhauses waren die kleinen Stubenfenster aus Butzenscheiben und das Fehlen der Mittelpfette. Das Walserhaus war nur teilweise unterkellert.
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In 920 m Seehöhe entspringt aus einer Felsspalte der Allgäuschichten auf der Südseite des Tales eine der stärksten Schwefelquellen Österreichs. Ein Liter Wasser enthält 29 mg Sulfidschwefel. Die Gesteine des unteren Jura sind 180 Millionen Jahre alt und gehören zu den nördlichen Kalkalpen.
Der so deutlich riechende Schwefelwasserstoff entsteht tief im Berginneren durch die Tätigkeit sulfatreduzierender Bakterien. An der Oberfläche sorgen schwefeloxidierende Bakterien für die Bildung von Gips, deutlich an der Trübe des Wassers erkennbar.
Schwefelwässer sind für Bäder und Waschungen bestens geeignet. Schwefelwasserstoff fördert die Durchblutung der Haut und wirkt antiseptisch bei Hautausschlägen.
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Von Damüls aus besiedelten die Walser Fontanella, Sonntag und Buchboden. An die Rodungsarbeit erinnern die Flurnamen Reutele und Schwand. Die Höhenwälder, 1733 von der Herrschaft Blumenegg in Bann gelegt, schützen das Bergdorf vor Lawinen. Buchboden ist eine Fraktion der Gemeinde Sonntag. Schon 1638 stand hier für die Badegäste von Rotenbrunnen eine Kapelle. 1687 wurde das heutige Kirchlein errichtet und 1710 zur Pfarrei erhoben. Das Patrozinium wird zu Maria Geburt am 8. September gefeiert. Laut Überlieferung brannte im Jahre 1726 wegen Unachtsamkeit eines Betrunkenen die Kirche , der Pfarrhof und ein Wohnhaus ab. Die drei Glocken im Turm zerschmolzen.
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Eine Sage berichtet uns über die Entstehung des Bades Rotenbrunnen; schon 1460 wird die Heilquelle urkundlich erwähnt. 1648 kam das Bad in den Besitz des Klosters Weingarten, das Rotenbrunnen als Fluchtort für Kriegszeiten vorsah. Abt Dominikus Laymann ließ ein Badehaus erbauen, wo Klostermitglieder Erholung und Heilung suchten. Leopold Moosbrugger, einer der Käsgrafen aus dem Bregenzerwald, erwarb 1834 das Bad Rotenbrunnen und errichtete das noch bestehende Badehaus. Um die Jahrhundertwende war Rotenbrunnen ein modernes Kurhaus. Tägliche Postzustellung, eine Telefonsprechanlage, Fuhrwerktaxi zum Bahnhof Ludesch und beste Küche wurden dem Gast geboten. Der Arzt von Garsella fungierte als Kurarzt; freie Jagd und Fischerei waren im Pensionspreis inbegriffen. Von 1918 bis 1954 war Rotenbrunnen Jagdhaus. Familie Fenkart aus Hohenems richtete wiederum einen Gastbetrieb ein. Das Bad Rotenbrunnen steht am Eingang des Naturschutzgebietes „Gadental“ und zählt zu den schönsten Örtlichkeiten der Gegend, ein Juwel im Biosphärenpark Großes Walsertal.
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Fünf Minuten vom Gasthaus entfernt entspringt am rechten Ufer des Matonabaches die Quelle Rotenbrunnen. Es sollen ursprünglich neun gewesen sein. Um 1460 schon verfasste Dr. Ulrich Ellenbog das erste Gutachten über das dortige Eisenschwefelwasser. Berichte über die Heilkraft des rötlichen Wassers reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Als das Kloster Weingarten Eigentümer des Bades wurde, ließ Abt Dominikus das Wasser mehrmals untersuchen. Das Ergebnis ergab einen hohen Anteil an Magnesium, Kalk und Schwefelsäure.
Ansicht aus dem Jahre 1640

Über die Entstehung berichtet die Sage:
Der Hirt Veit soll dem Herrgott wegen der dortigen wüsten Gegend Vorwürfe gemacht haben. Während er maulte, zog ein böses Gewitter auf. Auf dem Heimweg brach unter seinen Füßen der aufgeweichte Boden ein; Veit stürzte in die Tiefe und blieb schwer verletzt liegen. In seiner Not begann er zu beten. Da erschien ihm die Muttergottes und ermahnte ihn, nie an den göttlichen Werken zu zweifeln. Oft sei das Verborgene mehr wert als das Sichtbare. „Bade dein verletztes Bein in der roten Quelle, die dort aus dem Gestein sprudelt!“ Der Hirt Veit wurde völlig geheilt. Man baute ein Badehaus und nannte die Quelle „Roten Brunnen“.
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Die Schlacht bei Frastanz
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Im Schwabenkrieg kämpften die Schweizer gegen das kaiserliche Heer der Habsburger. Die freien Walser waren der Obrigkeit kriegspflichtig. Am 20. April 1499 fand die blutigste Schlacht in der Geschichte Vorarlbergs statt: Die Schlacht bei Frastanz. 56 freie Walser ( 26 aus Sonntag!) wurden an einem Tag erschlagen, oder sie ertranken in der Ill. Dieser Schicksalsschlag veranlasste die Walser von Sonntag und zu Raggal 1508, ihre Freiheit aufzugeben. Sie mussten fortan nicht mehr in den Krieg ziehen, waren aber wieder Leibeigene.
Die Geschlechtsnamen der Gefallenen Walser von 1499:
Bastion, Berchtold, Bernhart, Bickel, Brenner, Burtzer, Dietrich, Gausner, Graber, Hagen, Hartmann, Jenny, Jon, Küng, Mat, Matle, Müller, Nesler, Philipp, Rinderer, Rirtzler, Rietzler, Schwitzer, Schäffer, Schwarzmann, Spar, Springlin, Stachler, Studer, Tritzer, Thoma, Vonbunn und Wälte
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Das Vordere Walsertal besteht aus Flysch; die Berge sind bis zu ihren Spitzen mit Gras bewachsen. Sehr gute Böden für die Landwirtschaft! Das Hintere Walsertal besteht aus Kalkgestein. Die Berggipfel sind kahl, Geröllhalden säumen den Fuß der Berge. Wo Kalk und Flysch zusammenstoßen, verläuft die Arosazone, eine gefährliche Gleitschicht, in der sich Spalten und Bergstürze bilden. Der letzte große Bergsturz erfolgte von der Blasenka im Jahre 1917. Eingebettet in die Kalkzone sind gipshältige Schichten mit zwei bekannten Höhlen:
Das Wilde Loch
Die Karsthöhle im Gadental unterhalb des Misthaufens ist 125 Meter lang und nur schwer zugänglich.
Die Trübbachhöhle
An der Zufahrtsstraße zur Alpe Laguz ist sie mit ihren 300 Metern Länge die größte Gipshöhle Österreichs.
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Theodul, erster Bischof im Wallis, erblickte einmal drei tanzende Teufel. Gefragt nach dem Grund ihrer Freude, verrieten sie ihm, der Papst in Rom sei im Begriff, schwer zu sündigen. Um den Preis seiner Seele ließ sich der Bischof von einem der Teufel nach Rom fliegen. Bedingung war jedoch, dass der Satan ihn wieder am anderen Tag vor dem ersten Hahnenschrei in seine Heimat zurückbringe. In Rom angekommen, konnte Theodul den Papst vor dem Sündenfall retten, und dieser schenkte ihm zum Dank eine Glocke. Der Teufel musste nun den Bischof samt der schweren Glocke ins Wallis zurücktragen. Ein weißer Hahn verkündete jedoch schon von weitem die Ankunft des Bischofs, sodass der Teufel seine Wette verlor. Theodul lebte im 4. Jahrhundert und wurde nach seinem Tode von den Wallisern hoch verehrt. In vielen Walserkirchen finden wir Skulpturen, Gemälde und Hinweise dieses Walserheiligen. Sein Attribut: Ein Teufel mit der Glocke.
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1876 erfand der Amerikaner Graham Bell das Telefon. In Vorarlberg wurde 1880 die erste Sprechanlage von Fabrikant Viktor Hämmerle in Dornbirn eingerichtet. Es war das erste Telefon in der österreichisch-ungarischen Monarchie. 1898 ersuchten die Walsergemeinden auf Initiative des St. Gerolder Propstes Pirmin Segmüller in Thüringen um einen Telefonanschluss. 1903 erfolgte die Genehmigung. Stangen und Lokale mussten kostenlos gestellt werden. In jedem Ort wurde in einem Gasthaus eine Sprechstelle installiert, die letzte Station war Rotenbrunnen. Add Content...
Im Postamt Sonntag liefen sämtliche Leitungen zusammen, auch die von Raggal und Marul. Ferngespräche wurden nach Bludenz weitergeleitet. Mit einer Stoppuhr erfolgte die Verrechnung. Außerhalb der Amtsstunden wurden die Teilnehmer im Großen Walsertal untereinander verbunden. Telefonieren war während dieser Zeit gratis. Jede Telefonstelle war durch eine entsprechende Anzahl von Klingeltönen erreichbar. Der Nachteil dabei war, dass alle Gespräche mitgehört werden konnten. Erst anfangs der 50er Jahre wurde das Selbstwählsystem eingeführt.
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Das Postwesen in alter Zeit
Den Nachrichtendienst erledigten früher Botengänger. Um 1700 entstanden die ersten Schulen im Tal, die Bevölkerung wurde schreibkundig, es wurde der Wunsch nach einer regelmäßigen Postzustellung laut.
Die wöchentliche Fußpost
Um 1800 wurde eine wöchentliche Zustellung der „Walserpost aus Bludenz“ eingerichtet. Josef Burtscher aus Fontanella versah den Postdienst für die Sonnenseite des Tales. Auch seine Nachkommen übernahmen jahrelang diesen Dienst; der Hausname „Bötlis“ ist für diese Sippe heute noch gebräuchlich. 1872 wurde in Sonntag das erste Postamt des Tales installiert.

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Zur Selbstversorgung der Walser gehörte auch die Herstellung der Kleidung. Schafwolle, Flachs und Hanf dienten als Rohstoffe. Flachs und Hanf sind einjährige Faserpflanzen. Ihre Samen sind ölhältig und wurden in Ölstampfen gequetscht und zu Leinöl verarbeitet.
Flachs- und Hanffelder
Mitte Mai erfolgte die Aussaat auf gründigem feuchtem Ackerboden. Im August wurde geerntet und die Flachs- und Hanfgarben kamen auf Trockengestelle.
Das Schleizen
Im Frühwinter begann die Verarbeitung. Von Hand oder mit der Grammel wurden die Stängel gebrochen, sodass die Fasern leicht abgezogen werden konnten. Zum „Schleizen“ wurden Freunde und Nachbarn eingeladen. Mit Speis und Trank und Tanz wurde der Abend beschlossen.

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Um1282 holten die Montforter Grafen zur Überwachung wichtiger Pässe Walliser Söldner aus der Schweiz. Die angebotene Freiheit und die Zuweisung von Grund und Boden lockten damals viele Walliserfamilien nach Vorarlberg. Sie rodeten die Hochtäler, vermehrten sich rasch und verhalfen so der Deutschen Sprache in unserem Land zum Durchbruch. Die Erstsiedler in Thüringerberg, St. Gerold, Blons und Raggal waren Rätoromanen, in Sonntag, Fontanella, Buchboden und Marul waren es die Walser.

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